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Glossar mittelalterlicher Begriffe
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Alembik
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auch: Destillierhelm, ein Gefäß zur Trennung von Stoffen durch Erhitzen und anschließendes Abkühlen (Destillation), z. B. in der Alchemie. Der Alembik ist am Boden offen und weist ein langes, seitlich nach unten führendes Rohr auf, durch das das Destillat in ein Auffanggefäß abfließen kann.
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Ambra-Apfel
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Name für Duftstoffzubereitungen mit Zutaten wie Ambra oder Moschus sowie die tragbaren, meist annähernd kugelförmigen Behälter, in denen sie aufbewahrt wurden. Ambra-Äpfel (auch Bisam-Äpfel genannt) wurden bis ins 17. Jahrhundert hinein zu medizinischen Zwecken verwendet, dienten oftmals gleichzeitig als Schmuck.
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Antoniusfeuer
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auch: Heiliges Feuer, wurde im Mittelalter für eine ansteckende Krankheit gehalten. Es handelt sich um eine Vergiftung, hervorgerufen durch das so genannte Mutterkorn.
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Aqua Ardens
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„brennendes Wasser“, Weingeist (Branntwein), der durch die Destillation von Wein entsteht.
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Athanor
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auch: Philosophischer Ofen, in ihm sollte der Stein der Weisen hergestellt werden, indem eine Substanz in einem verschlossenen Gefäß über eine längere Zeit mit milder und gleichmäßiger Wärme behandelt wurde. Der Aufbau des Ofens war turmförmig und in seinem Inneren befand sich ein ovales, zugeschmolzenes Gefäß (philosophisches Ei), welches die Substanz enthielt, die zum Stein der Weisen umgeformt werden sollte.
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Blidenhaus
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städtische Waffenkammer Kölns im späten Mittelalter, benannt nach den Bliden, mittelalterlichen Wurfmaschinen. Im 16. Jahrhundert wurde an der Stelle des Blidenhauses das Zeughaus erbaut.
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Geißler
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auch: Flagellanten, eine christliche Laienbewegung im 13. und 14. Jahrhundert. Der Name geht auf das lateinische Wort flagellum (Geißel, Peitsche) zurück. Ihre Anhänger praktizierten die öffentliche Selbstgeißelung, um auf diese Weise Buße zu tun und sich von begangenen Sünden zu reinigen.
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Gewaltrichter
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Bezeichnung für eines der Gerichtsämter in Köln. Der Gewaltrichter war meist für kleinere Vergehen wie Diebstahl, Betrug usw. zuständig. In seltenen Fällen auch für Mord und Totschlag, die meist in den Bereich des Vogtes oder Schultheißen fielen.
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Hacht
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erzbischöfliches Gefängnis am Kölner Dom
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Heuke
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ärmelloser, glockenförmig geschnittener Umhang für Männer und Frauen
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Inquisition
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spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Gerichtsverfahren, die sich unter der Mitwirkung oder im Auftrag von Geistlichen hauptsächlich der Verfolgung von Häretikern/Ketzern widmeten
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Kanoniker
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Kleriker, die als Mitglieder eines Kapitels an einer Kathedrale, Basilika oder Ordenskirche an der gemeinsamen Liturgie, also der Feier der Heiligen Messe und des Stundengebets mitwirken. Kanoniker leben im Gegensatz zu anderen Priestern und Diakonen in Gemeinschaft. Der Vorsteher eines Kapitels ist in der Regel ein Propst oder Abt, manchmal ist die Leitung auch einem Dekan oder Prior übertragen.
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Melaten
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Name des Kölner Leprosenhospitals
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Mutterkorn
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so genannt, weil es auch zur Abtreibung eingesetzt werden konnte und wurde. Extrem giftiger, kornähnlicher Pilz, der in den Ähren von Roggen und einigen anderen Getreidearten wächst. Nach dem Verzehr kommt es zu diversen Vergiftungssymptomen wie Darmkrämpfen, Halluzinationen und Absterben von Gliedmaßen aufgrund von Durchblutungsstörungen. 5 bis 10 Gramm frisches Mutterkorn können für einen Erwachsenen tödlich sein.
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Panacea
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deutsch: Allheilmittel, vom griech. Panakeia („alles heilend), ein mythisches Universal-Heilmittel. Die Suche nach einem derartigen Mittel galt wie die Suche nach dem Stein der Weisen als eine Aufgabe der Alchemie.
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Philosophisches Ei
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lat. Ovum philosophorum, ein eiförmiges, hermetisch versiegeltes Glasgefäß, in dem die Alchemisten den Stein der Weisen zubereiteten. Das philosophische Ei wurde dazu längere Zeit in einem philosophischen Ofen, dem sogenannten Athanor, bei milder, gleichmäßiger Wärme „ausgebrütet“.
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Schellenknecht
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Durch die Stadt angestellter Sammler bzw. Bettler für Almosen in Form von Lebensmitteln, Kleidern und Geld für die Hospitäler, speziell die Leprosenhäuser.
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Stein der Weisen
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lat.: Lapis philosophorum, eine Substanz, von der Alchemisten glaubten, man könne mit ihr unedle Metalle, wie etwa Quecksilber, in Gold oder Silber bzw. alles Unedle in einen edleren Seinszustand verwandeln.
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Surcot
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auch: Cotte oder Cotta, ursprünglich eine Ärmeltunika, die beide Geschlechter und alle Stände trugen. Im 14. und 15. Jahrhundert entwickelte sie sich beim Mann zu einem engen, an der Brust gepolsterten vorn zugeknöpften Kleid, das über den halben Oberschenkel reichte. Für die Frau entwickelte sich der Surcot ab dem 13. Jahrhundert zum wirklichen Kleid bzw. Überkleid mit eng an der Hand abschließenden Ärmel, einer Schleppe und mit oder ohne Gürtung.
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Theriak
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galt im Mittelalter als Universalheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten und Gebrechen und wird heute noch – jedoch mit abgewandelter Rezeptur und Indikation – hergestellt. Die bedeutendste Fabrikationsstätte für Theriak war Venedig. Die Zubereitung wurde als öffentliche, mehrtägige Zeremonie in Anwesenheit höchster Autoritäten mit großem Prunk und Pomp begangen, der weltweite Handel damit trug nicht unwesentlich zum Reichtum Venedigs bei. Auch in Deutschland und Holland wurde Theriak hergestellt.
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Transmutation
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Umwandlung chemischer Elemente in andere chemische Elemente
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Triptychon
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ein dreigeteiltes Gemälde, das aus einer Mitteltafel und zwei meist schmaleren Flügeln besteht, manchmal ergänzt durch eine Predella unter dem Mittelteil. Ein Triptychon mit christlichen Motiven und mit beweglichen Seitenteilen zum Verschließen des Mittelteils ist eine mögliche Form eines Flügelaltars. Die Größe variierte je nach Verwendungszweck. So gab es kleine, handliche Reisealtäre ebenso wie große Altäre in Kirchen und Kathedralen.
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Vierundvierziger
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Nach Einführung der neuen Stadtverfassung Kölns, des Verbundbriefs, 1396 gab es neben dem Stadtrat, der sich aus Vertretern der 22 Gaffeln (Zunftzusammenschlüsse) zusammensetzte, noch dieses weitere Gremium. Bei wichtigen Beschlüssen musste der Rat die Vierundvierziger hinzuziehen. Sie setzten sich aus je zwei Vertretern aller Gaffeln zusammen.
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