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Kriminalromane: Pferdemörder, Flammenpferd, Kultopfer, Weinrache (alle Gmeiner-Verlag, Meßkirch).
Kurzgeschichte: Roter Lavendel in Tatorte Hessen kulinarisch (Societätsverlag, Frankfurt 2006).
Seit 2005 Mitglied im Syndikat.
Petra Schier: Liebe Susanne Kronenberg, von dir sind bereits einige Krimis erschienen, zuletzt Weinrache.
Dies ist der erste Teil einer neuen Reihe um die Privatdetektivin Norma Tann. Worum geht es in dem Buch?
Susanne Kronenberg: Ganz kurz gesagt: Um die Abgründe, die sich sich auftun können, wenn Menschen Verrat und tiefe Enttäuschungen erleben. Und Norma Tann steckt mitten drin. Sie ist selbst betroffen, weil ihr Mann Arthur spurlos verschwindet. Dann wird während der Wiesbadener Weinwoche ein bekannter Architekt ermordet, und Norma ist Augenzeugin.
PS: Warum schreibst du ausgerechnet Krimis?
SK: Wegen dieser menschlichen Abgründe. Was einen Menschen zu einem Verbrechen treibt und wie die Betroffenen damit umgehen müssen, interessiert mich viel mehr als eine raffiniert gestrickte Fallgeschichte. Trotzdem bemühe ich mich, die Regeln des Genres nicht außer Acht zu lassen, und baue Holzwege für den Leser ein.
PS: Es sind auch schon drei Pferdekrimis von dir erschienen sowie Kinderbücher und Sachbücher, in denen es ebenfalls um Pferde geht. Welche Vorgeschichte hast du auf diesem Gebiet?
SK: Die Begeisterung für Pferde ist ebenso frühzeitig und hartnäckig aufgetaucht wie der Wunsch, einmal Bücher zu schreiben. Da war es gar keine Frage, dass es in meinen ersten Büchern um Pferde gehen musste. Nach den Jugendbüchern hatte ich Lust, etwas für Erwachsene zu schreiben, und wollte mich mit einem Krimi auf sicherem Terrain bewegen. Die Reiterszene ist mir ja seit Jahrzehnten vertraut.
PS: Was ist dir an deinen Büchern besonders wichtig?
SK: Die Authentizität vor allem. Dazu gehört, dass es kein schlichtes Gut oder Böse gibt. Ich wünsche mir meine Figuren voller Widersprüche wie im richtigen Leben. Und die Motive meiner Täter, so erschreckend sie auch erscheinen, sollen – aus der Sicht des Täters – in sich schlüssig sein. Nur so wird die Geschichte glaubwürdig.
PS: Wie hast du einen Verlag für dein erstes Buch gefunden? Und wie ging es danach weiter?
SK: Damit hatte ich, aus meiner heutigen Erfahrung, unglaubliches Glück. Bei dem Jugendbuch habe ich völlig unbedarft drauflos geschrieben und bekam tatsächlich in kurzer Zeit zwei Angebote renommierter Verlage. Franckh-Kosmos war der erste, und ich sagte sofort zu. Danach erschienen dort noch vier weitere Jugendbücher und zwei Fachbücher über Pferderassen und Reitweisen. Später wechselte ich zum Egmont Franz Schneider Verlag. Die Krimis werden vom Gmeiner-Verlag herausgebracht.
PS: Wie sieht dein (Schreib-)alltag aus und wie lange brauchst du, um ein Buch fertig zu schreiben?
SK: Erste Ideen, Konzept und Recherchen laufen „nebenher“, aber sobald ich mit dem Text anfange, versuche ich, mir die Zeit dafür weitgehend freizuhalten, und arbeite dann konzentriert und ohne größere Unterbrechungen täglich mehrere Stunden. Weinrache habe ich in einem halben Jahr geschrieben.
PS: Wie gehst du bei der Planung eines neuen Buches vor?
SK: Am Anfang mischt sich alles ineinander: die Handlung, die Figuren, die Ereignisse, die Schauplätze. Ich schreibe jede Menge Zettel und mache Skizzen. Allmählich entwickeln sich die Figuren. Ihre Charaktere und Motive werden klarer, und die Geschichte nimmt Gestalt an. Bis dahin habe ich noch keine Textzeile geschrieben. Irgendwann glaube ich, genug zu wissen, und fange an.
PS: Gibt es bestimmte Rituale, die du beim Schreiben einhältst?
SK: Nein, wenn man davon absieht, dass ich mich nicht allein auf Eingebungen verlasse, sondern die Schreiberei als ein Handwerk betrachte. Ich setze mich mit der Einstellung an den Schreibtisch, meine Arbeit zu machen. Allerdings eine faszinierende Arbeit, wenn die Kreativität die Oberhand bekommt und die Gedanken davon fliegen.
PS: Wo schreibst du (am liebsten)?
SK: An meinen Schreibtisch mit Blick in den Garten (der den Namen noch nicht verdient, weil wir ihn neu anlegen).
PS: Hast du ein bestimmtes Tagespensum oder setzt du dir bestimmte (Zwischen-)Ziele?
SK: Die Zeit bis zum Abgabetermin ist gewöhnlich sehr kurz. Ich rechne mir aus, wie viele Zeichen am Tag zu schreiben sind, und gebe die Zeit dazu, die ich zum Überarbeiten des Manuskripts brauche.
PS: Wieviel und wie lange recherchierst du für einen Krimi? Und wie gehst du dabei vor?
SK: Dank Internet ist die Recherche so viel einfacher geworden. Statt Bibliotheken zu besuchen und Bücher zu wälzen, genügt nun eine Eingabe bei google. Ab und zu muss ich aber doch hinaus. Meine Krimis spielen an realen Schauplätzen, und die will ich mir natürlich genau ansehen.
PS: Welche Reaktionen bekommst du von deinen Lesern?
SK: Meistens sehr positive und freundliche Zustimmung, manchmal auch überraschende Interpretationen. So waren einige Besucher einer Lesung überzeugt, in einem meiner Mörder – eine rein fiktive Figur, so dachte ich – eine stadtbekannte Person zu erkennen.
PS: Was machst du, wenn du gerade keine Krimis schreibst?
SK: Wenn ich nicht auf andere Weise Geld verdienen muss, kümmere ich mich um unseren Garten oder reite mit meinem Pferd Firmoso aus. Und ich lese natürlich. Oder ich treffe mich mit Freunden oder wandere mit meinem Mann im Taunus. Der Tag ist viel zu kurz.
PS: Welchen Stellenwert haben Lesungen für dich und welche Erfahrungen hast du damit gemacht?
SK: Viele positive Erfahrungen. Die Veranstalter sind immer sehr freundlich und um die Autorin bemüht, und das Publikum ist aufmerksam und neugierig. Wenn danach die Lokalpresse berichtet, ist es zusätzlich eine Werbung für das Buch. Aber vor allem ist der Kontakt zu den Lesern wichtig.
PS: Was ist dein größter Traum?
SK: Jeden Tag einfach nur schreiben und damit genug Geld zum Leben verdienen.
PS: Welchen Rat gibst du anderen, noch unbekannten Autoren?
SK: Den Verlag sorgfältig aussuchen! Zugegeben, man hat wenig Auswahl, zumindest als unbekannter Autor. Aber ohne einen Verlag, der das Buch wirklich unterstützt und gut vermarktet, gelangt es gar nicht erst in die Buchhandlungen. Sich selbst um Lesungen bemühen, den heimatlichen Buchhändler besuchen, die Lokalpresse ansprechen; all das kann nicht schaden.
PS: Welche Bücher liest du derzeit am liebsten?
SK: Fachbücher über Dressurreiten und Gärten und natürlich Romane, vorzugsweise Krimis. Im Augenblick bevorzugt die Bücher deutschsprachiger Autoren. Ich möchte möglichst viele kennen lernen.
PS: Liebe Susanne Kronenberg, vielen Dank für dieses Interview!
Homepage von Susanne Kronenberg: www.susanne-kronenberg.de
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