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Interview mit der Autorin Jutta Breun im März 2007
Jutta Breun, Jahrgang 1947, arbeitete u.a. in den Bereichen Marketing und Kommunikation sowie als Texterin in der pharmazeutischen Werbung. Heute lebt sie bei Bad Nauheim und widmet sich u.a. dem Schreiben von Jugend- und Erwachsenenromanen. „Du hörst nur mit dem Herzen gut!“ ist ihr erster veröffentlichter Jugendroman.
Petra Schier: Liebe Jutta Breun, kürzlich ist Ihr erster Jugendroman erschienen: Du hörst nur mit dem Herzen gut! Worum geht es in Ihrem Buch?
Jutta Breun: Es geht um die Frage: „Was ist das Wichtigste im Leben?“
PS: Wie sind Sie zu diesem Thema gekommen? Was hat Sie besonders daran gereizt?
JB: Ich wollte Jugendlichen vermitteln, dass uns materielle Dinge in ihrer Ausschließlichkeit nicht glücklich machen.
PS: Was ist Ihnen an diesem Buch besonders wichtig? Was ist die „Botschaft“ Ihres Buches?
JB: Das Wichtigste war mir die Botschaft, dass die Liebe der Sinn unseres Lebens ist. Freunde kann man sich nicht kaufen, echte Liebe auch nicht. Dann musste es natürlich spannend sein und Humor haben. Das Buch sollte positiv sein, die Sprache jugendlich. Es war mir wichtig, meine Erfahrung mitzuteilen, dass uns auch Dinge, die schief gehen, weiterbringen können. Oft ist das „Danach“ dann besser und man begreift den Sinn des vorherigen Scheiterns. Wäre ich nicht aus meinem Beruf entlassen worden, wäre dieses Buch nicht auf die Welt gekommen!
PS: Welche Reaktionen bekommen Sie von Ihren Lesern? Sind es nur junge Leute, die das Buch lesen oder auch Erwachsene?
JB: Die bisherigen Reaktionen waren überwältigend. Die meisten Menschen sprechen von einem „All-age-Buch“, d.h., die pensionierte Studienrätin kauft es bei den Lesungen genauso, wie der 16jährige Junge oder die 35jährige Mutter. Da die Figuren in der Geschichte im Alter zwischen 11 und 80 Jahren sind, kann sich jede Altersgruppe damit identifizieren und tut es auch. Mir wurde gesagt, es sei ein „Lebenslesebuch“.
PS: Welche Erfahrungen haben Sie auf Lesungen gemacht?
JB: Nur äußerst positive. An allen Schulen (auch Brennpunktschulen!) habe ich respektvolle und begeisterte Zuhörer getroffen. Selbst die wildesten, simsenden und sich laut unterhaltenden Kinder sind spätestens nach zehn Minuten mucksmäuschenstill. Die Lehrer vergessen auf die Kinder zu achten und legen ihre zu korrigierenden Hefte beiseite. Am Ende wird applaudiert und auf die Tische geklopft. Alle kommen nach vorne und wollen auf kleinste Papierfitzelchen ein Autogramm. Besonders die Jungs sind begeistert, weil im Buch so viel Action ist. Ich habe kein einziges „böses“ Kind und nur engagierte Lehrer getroffen! Es ist einfach super, dass ich so viele Fans aus diesen Schullesungen habe, die mich anmailen oder in mein Gästebuch schreiben. Gestern war ich in einer Realschule in Essen und ein Joshua mailte mich am gleichen Tag noch an: „Liebe Jutta, ich liebe dein Buch jetzt schon!“ Das lässt mich jede Anstrengung vergessen.
PS: Wieviel und wie lange haben Sie recherchiert? Und wie sind Sie dabei vorgegangen?
JB: Ca. ein halbes Jahr. Ich habe fast alle Jugendzeitschriften sowie die Shell-Studie und das Buch „Kindergeheimnisse“ gelesen. Außerdem habe ich meine Zielgruppe interviewt – bekannte und fremde 12 – 14 Jährige.
PS:Wie gehen Sie beim Schreiben vor? Wie lange brauchen Sie, um ein Buch fertig zu schreiben?
JB: Es ist bei mir eine „manische Phase“. Das Buch habe ich fast jeden Tag von 18.00 – ca. 24.00 Uhr auf dem Laptop geschrieben – ca. 6 Wochen. Dann wurde es ein viertel Jahr korrigiert. Danach „ruhte“ es vier Wochen und wurde dann nochmals laut gelesen und endkorrigiert, bis es eine Melodie hatte ...
PS: Welche Bücher lesen Sie derzeit am liebsten?
JB: Von Theo Roos: „Philosophische Vitamine“ – eine kurzweilige humorige Zusammenfassung aller Philosophien. Davor hatte ich mit großem Interesse von Thich Nhat Hanh: „Das Wunder der Achtsamkeit“ – eine Einführung in die Meditation und den Buddhismus gelesen. Hin und wieder schaue ich bei Cees Nooteboom „Paradies verloren“ hinein. Ein Buch, das man immer wieder lesen kann!
PS: Liebe Frau Breun, vielen Dank für das Interview!
Homepage von Jutta Breun: www.juttabreun.de
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