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Petra Schier: Liebe Jennifer Schreiner, du schreibst erotische Romane. Zuletzt sind von dir erschienen:
Zwillingsblut und Satanskuss
Worum geht es (neben Erotik) in deinen Büchern?
Jennifer Schreiner: In aller erster Linie möchte ich eine unterhaltsame Geschichte erzählen, die auch ohne Erotik funktionieren würde. – Die Erotik selbst muss für mich in diesem Rahmen dann vor allem plausibel sein. D. h. ich liebe es, die Anziehungskraft und Liebe zwischen den Personen auszuleuchten, ihnen Charakter, Probleme und Missverständnisse in den Weg zu legen und zu zeigen, dass Erotik in ihren zahlreichen Facetten etwas völlig Natürliches ist.
PS: Warum schreibst du ausgerechnet erotische und Vampirromane? Wie bist du dazu gekommen?
JS: Ursprünglich habe ich Kindergeschichten, Fantasy und Märchen geschrieben. – Erotik nur Zwischendurch und als Fingerübung unter dem Motto: „Mal schauen, ob ich das kann“. Anscheinend konnte ich – also habe ich meine Lieblingsthemen (fantastische Wesen) mit Erotik gepaart, und so in diesem Genre inzwischen 4 Romane veröffentlicht.
PS: Schreibst du auch noch in anderen Genres?
JS: Ja, ich schreibe eigentlich alles aus dem Bereich der Phantastik (Urban Fantasy, Fantasy, Märchen, SciFi, Horror, etc.), aber liebäugel zurzeit auch mit Krimis, Kindergeschichten und historischen Romanen.
Aber die Zeit … die Zeit *seufz*
PS: Was ist dir an deinen Büchern besonders wichtig?
JS: Mir selbst sind die Charaktere sehr wichtig. Sie sollen glaubwürdig sein und sich im Laufe der Handlung entwickeln.
Ansonsten finde ich es wichtig, das der Leser den Roman mit einem zufriedenen Gefühl schließt, weil drin war, was draufsteht.
PS: Welche Reaktionen bekommst du von deinen Lesern?
JS: Die meisten Reaktionen sind sehr positiv und neugierig. – Viele Leser wollen aber einfach nicht glauben, dass eine Erotikautorin eben auch nur Fantasien aufschreibt und hakten gerade bei einigen dieser sinnlichen Tableaus detaillierter nach *lach*
PS: Wie hast du einen Verlag für dein erstes Buch gefunden? Und wie ging es danach weiter?
JS: Durch einen Kurzgeschichtenwettbewerb hatte ich bereits Kontakt zu der Verlegerin Angela Weiß vom Plaisir d´Amour Verlag. Da ich der Meinung war, dass mein 1. Buch in ihr Programm passen würde, habe ich sie angerufen. Nach einem kurzen Telefonat habe ich ihr mein erstes fertiges Manuskript („Satanskuss“) inklusive Inhaltsangabe geschickt und auf ihren Wunsch habe ich noch eine Idee für einen Vampirroman („Zwillingsblut“) hinzugefügt. Beim Live-Kennen lernen, wenige Wochen später, habe ich ihre Zusage für beide Projekte bekommen – allerdings wollte sie erst das Vampirbuch veröffentlichen und hat mich sofort zurück an den Schreibtisch getrieben ;-)
PS: Wie sieht dein (Schreib-)alltag aus und wie lange brauchst du, um ein Buch fertig zu schreiben?
JS: Mein Schreiballtag ist ziemlich durchstrukturiert: Ab 9 Uhr sitze ich am Computer, beantworte bis 10 Uhr Mails und kümmere mich um „Kleinigkeiten“ (Vorbereitung für Lesungen/Messen; Werbung; etc.) Und dann wird 4 Stunden geschrieben – oder überarbeitete und an Exposes gefeilt. Aber meistens kommt sowieso irgendwann irgendwas dazwischen. Das normale Leben eben.
PS: Gibt es bestimmte Rituale, die du beim Schreiben einhältst?
JS: Nicht wirklich. Ich lasse mich gerne ablenken, deswegen versuche ich meine Mailzeiten einzuhalten. Ansonsten hilft mir Musik (je nach Laune) und Tee (Schwarz oder schwarz aromatisiert).
PS: Wo schreibst du (am liebsten)?
JS: Mein Lieblingsarbeitsplatz ist mein Computertisch, der im Wohnzimmer steht. Obwohl … Artikel und kleine Berichte schreibe ich am liebsten mit Block und Kulli vor: Auf dem Kinderspielplatz und in der Sonne sitzend.
PS: Hast du ein bestimmtes Tagespensum oder setzt du dir bestimmte (Zwischen-)Ziele?
JS: Für mich haben sich Zwischenziele als realistischer erwiesen, weil mir beim Tagespensum immer etwas dazwischen kommt. Deswegen stecke ich mir im Moment Wochenziele und Monatsziele – das ist flexibler und gerade für Mütter mit Kindergartenkind machbarer.
PS: Wie viel und wie lange recherchierst du für ein Buch? Und wie gehst du dabei vor?
JS: Das ist sehr unterschiedlich. Für „Satanskuss“ deutlich länger als für das bald erscheinende Vampirbuch „Venusblut“. Da das Buch das Ende einer Trilogie ist, hat es länger gedauert, alle Handlungsstränge zu Ende zu bringen und mich daran zu erinnern, was in Band 1 und 2 passiert ist :-)
PS: Welchen Stellenwert haben Lesungen für dich und welche Erfahrungen hast du damit gemacht?
JS: Ich lese sehr gerne vor Publikum und finde Lesungen sehr spannend, weil man vorher nie 100% einschätzen kann, welche Textpassage ankommt und wie die Zuhörer reagieren. Aus diesem Grund habe ich immer mehrere Textstellen parat und entscheide mich immer erst im letzten Augenblick für eine – und mache die 2. Stelle von der Reaktion auf die 1. abhängig.
PS: Was machst du, wenn du gerade nicht an einem Buch schreibst?
JS: In meiner Freizeit? Mich um meine Familie kümmern, lesen, ins Kino gehen oder Arbeiten.’ In den Nicht-Schreibphasen? Recherchieren, Exposes und Leseproben schreiben, an Kurzgeschichten arbeiten, die Website updaten, Kontakte pflegen etc.
PS: Können sich deine LeserInnen bald auf neues aus deiner Feder freuen?
JS: Ja, im November 2009 erscheint – nach einiger Verzögerung – mit Venusblut mein 4ter erotischer Roman und der 3. Teil meiner Vampirserie im Plaisir d´Amour Verlag.
PS: Was ist dein größter Traum?
JS: Literarisch, privat oder welttechnisch? Literarisch ein Buch zu schreiben, das die Welt verändert. - Okay, bei meinen Genres nicht realistisch, also nehme ich einen privaten: Ein 2. Kind.
PS: Welchen Rat gibst du anderen, noch unbekannten Autoren?
JS: Schreiben ist harte Arbeit. Klingt wie ein abgedroschener Spruch, ist aber so. – Schreibkurse, Seminare, Schreiben und Lesen, Lesen, Lesen! Zum Veröffentlichen: Der Autor sollte sich darüber informieren, zu welchem Verlag sein Projekt passt. Und ganz, ganz wichtig: Durchhalten und Kritikfähigkeit üben!
PS: Welche Bücher liest du derzeit am liebsten?
JS: Im Moment habe ich gerade eine Mystery-Thriller-Phase. Da liebe ich Michael Cordy und John F. Case.
PS: Liebe Jennifer Schreiner, vielen Dank für dieses Interview!
Homepage der Autorin: www.jenniferschreiner.com
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