Petra Schier

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Interview mit der Autorin Andrea Schacht im September 2007

Andrea Schacht war lange Zeit als Wirtschaftsingenieurin in der Industrie und als Unternehmensberaterin tätig, bevor sie Schriftstellerin wurde. Ihre historischen Bestseller begeistern durch Detailtreue, atmosphärische Dichte und die starken, klugen und mitreißenden Frauenfiguren. Zuletzt ist im Blanvalet Verlag ihr Roman "Kreuzblume" erschienen. Sie lebt heute als freie Autorin mit ihrem Mann und ihren zwei Katzen in Bad Godesberg.

 

Petra Schier: Liebe Andrea Schacht, in diesem Jahr sind unter anderem zwei neue historische Romane von dir erschienen:

Kreuzblume
und
Die elfte Jungfrau

Die elfte Jungfrau ist der vierte Band um die mutige Begine Almut und den Benediktinerpater Ivo. Wie bist du darauf gekommen, über eine Begine im Köln des 14. Jahrhunderts zu schreiben?

Andrea Schacht: Weil Beginen und Köln so gut zusammenpassen – es gab im mittelalterlichen Köln erstaunlich viele Beginen-Konvente, rund 150 verzeichnete man in jener Zeit. Diese selbständigen, wirtschaftlich unabhängigen und gelegentlich recht aufmüpfigen Frauen hatten mir es angetan, und so wählte ich eine von ihnen zu meiner Heldin.

 

PS: War nach dem ersten Band „Der dunkle Spiegel“ schon geplant, dass es so viele Fortsetzungen geben wird, oder hat sich das erst mit dem Erfolg der Bücher ergeben?

AS: Ich hatte die Geschichte von Beginn an als Serie geplant, und der Spannungsbogen war über das Verhältnis von Benediktiner-Pater Ivo und Begine Almut angelegt.

Dass sie mit ihrer Beziehung zueinander Erfolg haben würden, war meine Hoffnung …

 

PS: Kreuzblume hingegen ist im 19. Jahrhundert angesiedelt. Wie bist du zu diesem Thema gekommen? Was hat dich besonders daran gereizt?

AS: Bei meinen Besuchen mit Almut auf der Dombaustelle des 14. Jahrhunderts sind mir zum ersten Mal die Fassadenpläne der Kathedrale aufgefallen. Ich fand diese Zeichnung so beeindruckend, dass sich diese Recherche weiterverfolgt habe und dann auf die sensationellen Ereignisse im 19. Jahrhundert gestoßen bin.

Die haben mich derart fasziniert, dass ich unbedingt einen Roman darüber schreiben musste.

 

PS: Was ist dir an deinen Büchern besonders wichtig?

AS: Dass sie unterhaltsam sind, dass sie die Leser in eine andere Welt und Zeit entführen und dass sie dabei auf hoffentlich angenehme Weise ein klein bisschen Wissen über jene Welt und Zeit vermitteln.

 

PS: Welche Reaktionen bekommst du von deinen Lesern?

AS: Überwiegend sehr freundliche.

 

PS: Wie viel und wie lange recherchierst du? Und wie gehst du dabei vor?

AS: Das hängt natürlich vom Thema ab. Für die Kreuzblume habe ich jahrelang Informationen zusammengetragen. Dazu habe ich Bücherberge durchwühlt, Museen aller Art besucht, stundenlang vor historischen Gemälden gestanden und versucht, alle möglichen Details aus dem Alltagsleben zusammenzutragen, mit Fachleuten telefoniert, das Internet befragt …

 

PS: Du schreibst neben historischen Romanen auch Katzenromane und –kurzgeschichten. Wie kam es dazu?

AS: Ich habe zwei Katzen, und sie sind ausgesprochen starke Persönlichkeiten. Sie verlangen nicht nur regelmäßiges Dosenöffnen und Bauchkraulen, sondern wollen auch, dass ich sie in meinen Geschichten berücksichtige. Wer bin ich, dass ich mich diesem Wunsch verschließen könnte?

 

PS: Wie sieht dein Schreiballtag aus und wie lange brauchst du, um ein Buch fertig zu schreiben?

AS: Mein Alltag ist recht diszipliniert – von 10.00 Uhr morgens bis 19.00 Uhr sitze ich am Schreibtisch, recherchiere, korrigiere oder dichte.

Zwischendrin sind ein bis zwei Stunden Walking eingebaut, um Luft zu schnappen.

 

PS: Du wirst von einem Agenten vertreten. Wie bist du mit ihm in Kontakt gekommen?

AS: Wie man es üblicherweise macht – ich habe ihn angeschrieben und ein Exposé mit Textprobe eingereicht. Ihm hat es zugesagt, und dann nahm das Schicksal seinen Lauf.

 

PS: Welchen Rat gibst du anderen, noch unbekannten Autoren?

AS: Erzählt Eure Geschichte. Mit Herz und Leidenschaft.

 

PS: Welche Bücher liest du derzeit am liebsten?

AS: Krimis, am liebsten englische.

 

PS: Liebe Andrea Schacht, vielen Dank für dieses Interview!

Homepage von Andrea Schacht: www.andrea-schacht.de

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